Olli Schulz wird auf seinem vierten Tonträger etwas rockiger. Es brennt so schön ist die erste Platte, die ohne den Hund Marie auf dem Cover auskommen muss.
Da ist sie nun, Olli Schulz‘ vierte Platte Es brennt so schön. Elf (eigentlich zwölf) Lieder aus Hamburg. Die neuen Stücke sind etwas rockiger als das Liedgut auf den Vorgängern. Mir soll’s recht sein. Es brennt so schön ist — Achtung, das klingt jetzt kitschig — so bunt wie das Leben selbst. Kritische Lieder, Lustiges, Albernes und ernste Stücke – alle finden sich auf der Scheibe.
Im Schnelldurchlauf fällt auf, dass viel Schrammel-Gitarre und viel Klavier zu hören sind. Beim ersten Stück, Ab jetzt tut’s mir nur noch weh, haben wir eine dominante Klavierstimme. Schulz steigt mit einem kritischen Stück ein, springt in So lange einsam zu einem Kopf-Nicker-Sound über, wobei der Text im Grunde einen ernsten Ton hat. Trotzdem geht es gleich ins Ohr. Im folgenden Geheimdienst bietet der Hamburger (den ich übrigens einmal beinahe übern Haufen gefahren habe) seinen Fans eine lustige Geschichte. Also schon in den ersten drei Liedern ein guter Mix.
All you can eat erinnert mich ein wenig an die Hamburger Kollegen von Kettcar, wenn auch nicht so düster (Schulz ist offenbar mit Grand Hotel van Cleef-Mitbesitzer und Kettcar-Frontman Marcus Wiebusch befreundet). Was mich anfangs ein wenig irritiert hat, ist die Musik zu Wie sie. Ich muss dabei an einen miesen Italo-Western denken. Der Text hat hingegen überhaupt nichts mit Cowboys und Indianern zu tun.
Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist das siebte Lied, Mach den Bibo, das schwächste Stück auf der CD. Komischerweise ist genau das Lied die erste Single, die in die deutschen Charts Einzug gehalten hat. Kein Lied von Olli Schulz schaffte das zuvor. Und dann mit so einem “seltsamen” Lied … Ein weiterer Negativpunkt ist das letzte Stück. Besser sollte man sagen, dass es zwei Lieder sind. Nichts gegen die Einzelstücke. Wenn die Sonne wieder scheint ist ein herrlich lockeres Sommerlied. Selbst Fliegen ist nicht schlecht, wenn auch das krasse Gegenteil von Wenn die Sonne wieder scheint. Was stört: Beide Lieder sind in einem vereint. Also: Knapp 2:20 für das erste Stück, dann ungefähr zehn Minuten Stille, bevor Fliegen anfängt. Ich dachte solche Nervaktionen hätten wir hinter uns?
Spontane Lieblinge aus Es brennt so schön: So lange einsam, das zur Hälfte rein instrumental ist. Herz los!, das kleine Gitarrenstück Bloss Freunde und das traurige Isabell. Gerade das letzte Lied ist eines der Stücke, die ich gerne mag: Die Musik ist fröhlich, gaukelt Heile Welt vor, doch wenn man hinhört, ist sie nicht mehr so heile.
Nils, 13.03.2009
Du bist so lange einsam, bist du lernst allein zu sein.
Und du bleibst so lange einsam, bist du lernst allein zu sein.
Rolling Stones? Madonna? Nö. Hamburger Philharmoniker!
Hamburg war am heutigen Abend ein großer Konzertsaal. Der größte der Welt. Mit einem Event der besonderen Art wartete eines der kulturellen Aushängeschilder Hamburgs auf. Die Philharmoniker verteilten sich über die ganze Stadt. 100 Musiker an 50 verschiedenen Orten. Sie alle spielten Brahms zweite Sinfonie - unabhängig voneinander und doch gemeinsam.
Die Verteilung über die Stadt spiegelte dabei die normale Orchesteranordnung im Konzertsaal wieder, allerdings weit in die Hamburger Stadtfläche ausgebreitet. Geigen im alten Elbtunnel, Klarinetten in der Sparkassenfiliale am Schulterblatt, Pauken am Rothenbaum. Zur Krönung hatte die Dirigentin ihr Pult in über 100 Meter Höhe auf dem Turm von St. Michaelis aufgebaut.
Verbunden waren die Musiker über eine Schaltzentrale, in der Audio und Video der 50 Plätze zusammenliefen. Die Dirigentin sehen die Philharmoniker dabei jeweils über einen eigenen Monitor, so dass alle zusammen ein synchrones Gesamtbild ergeben. Auf der Event-Website sind weitere Infos zu bekommen und ich warte sehnsüchtig auf die geplante baldige dokumentarische Aufarbeitung in Bild und Ton.
Am 30. Januar 2009 ist es endlich soweit: Die Hamburger Formation Montag bringt ihren dritten Silberling heraus. Endlich. Immerhin kam die letzte CD 2005 heraus. Nach einigen Änderungen an der Besetzung (neuer Schlagzeuger) hat sich Sänger, Bassist, Klavierspieler und Songwriter Julian Friedrich wieder hingesetzt und frisches Liedgut zu Papier gebracht.
Irgendwann dann in diesem Jahr haben sich Julian und Gitarrist Dominik Pobot in ein kleines Tonstudio verschanzt gehabt und den neuen Tonträger namens “Montag” eingespielt. Nebenbei durfte man einen Blick ins Innere der Musikwerkstatt werfen, haben die beiden Hamburger doch ein Video-Tagebuch geführt.
Nun ist es also offiziell, dass am 30. Januar die neue Scheibe in den Läden erscheinen wird. Freue mich drauf! Auf der Seite ihres Plattenlabels Tapete Records, kann man schon einmal in drei Stücke reinhören. Mir gefällt auf Anhieb das leichte, sommerliche “Sommernacht”. Schöner Pop mit Streichern unterlegt. Da stehe ich auf meine alten Tage wohl drauf. Von den elf Liedern dürfte eines der geneigten Leserschaft +30 schon jetzt bekannt sein, handelt es sich doch dabei um die Titelmelodie einer (guten) Zeichentrickserie unserer Jugend. Montag hat von Udo grünes Licht erhalten, den Song einzuspielen. Kommt live ganz groß!
Wer es nicht mehr erwarten kann, bis die CD im Plattenladen steht und die Jungs dann ihre Welttournee starten, der kann am 14. Januar im Nachtasyl schon einmal reinhören, wenn Montag die CD Montag live, in Farbe und mit Ton vorstellen. Das nennt sich dann wohl Album-Releasekonzert …
Über die Stadtgrenzen hinaus immer noch eher ein Geheimtipp, in Hamburg Kult. Kettcar ist eine fünfköpfige Indie-Pop-Band aus der schönsten Stadt der Welt (Portrait bei laut.de). Im April erschien das Album Sylt (Platz 5 Albumcharts), auf dem auch die aktuelle Tournee fußt. Zum Jahresabschluss der Tour wurde (natürlich!) Hamburg auserkoren, das letzte Konzert heute Abend in der Großen Freiheit 36 ist genauso ausverkauft wie es das gestrige im Übel&Gefährlich schon lange war. Eine Eintrittskarte war dabei meine… Den ganzen Beitrag lesen »
Heute nachmittag gegen 14 Uhr entschloss ich mich zu einer kleinen Runde durch die Hamburger Galerienlandschaft in der Admiralitätstraße.
Jetzt zu den Takten von Eminen, Lose Yourself wird dieser Spaziergang vertextet und verbildert.
Als erstes da es nur ein paar Stufen hoch geht, kam die Produzentengalerie dran. Hier sind zur Zeit 10 verschiedene Künstler ausgestellt. Von Klaus Kumrow bis zu Thomas Scheibitz geht das Programm (inzwischen hören wir Nightwish, Wish I had a Angel) ein paar Foto´s habe ich auch mitgebracht.
Nach der Produzentengalerie ging es noch kurz ins Vorderhaus in die Galerie Dörrie & Priess auch da gab es ein herzliches Willkommen und einen netten kleinen Klönschnack. Und auch aus der Galerie gibt es ein paar Bilder.
Danach wie sollte es anders sein, einen gemütlichen Milchcoffee trinken im Portugiesenviertel.
Nordisch, uh uh uh , nordisch by nature…. Fettes Brot hat es 1995 geschafft mit “nordisch by nature” sowas wie die inoffizielle Hamburger Hymne zu etablieren und am 5.12 haben wir Hamburger die Chance diesen Kultsong in der Colorline Arena live zu sehen.
Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern - damals sangen zu diesem Song alle Diskobesucher begeistert mit und auf der Tanzfläche wurde “gehüpft und gesprungen” als gäbe es kein Morgen.
Was einst mit Hip Hop begann wurde im Laufe der Jahre immer undefinierbarer. Fettes Brot sorgte mit jedem neuen Album für neue Überraschungen und für neue Hits wie “Schwule Mädchen”, Emanuela und zuletzt “Bettina”, ein Song, der deutlich elektrolastig ist und mit seinen eindeutigen Texten hier und da für Furore sorgte.
Für Aufsehen sorgte auch eine Kooperation mit Bela B. von den Ärzten - 2003 im Zuge der Bambule Proteste entstand “tanzverbot” ein Song, der sich kritisch gegen den ehemaligen Hamburger InnensenatorRonald Schill richtete.
Eines aber haben fast alle Songs von Fettes Brot gemeinsam - jeder erzählt eine Geschichte.
Die Jungs verstehen es einfach das Publikum gleichzeitig zum tanzen und zum nachdenken zu bringen und ich kann aus eigener Erfahrung sagen - jedes Konzert birngt einfach jede Menge Spaß!
Fettes Brot ist eine der wenigen “Kult-Bands” meiner Jugend, die heute noch aktiv ist und da niemand sagen kann wie lange das noch so bleibt meine Empfehlung - hin zum Konzert, ich glaube Ihr werdet es nicht bereuen!