Archiv für das Tag 'hamburg'

Osterfeuer in Altona

Nils 12. April 2009

Ah, Ostersonntag. Petrus meint es gut, die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, die Autos rauschen. Ja, der Frühling ist da. Nur mit dem Frühlingsduft klappt es nicht so ganz. Will man Blüten riechen, muss man an seinen frisch gewaschen Kleidern schnuppern. Ottensen riecht jedenfalls wie eine große Räucherkate. Überall hängt noch der Geruch von verbranntem Holz.

Das muss an Ostern liegen, diesem einst heidnischen Fest.

Ein alter Brauch zu Ostern sind die Osterfeuer. In Hamburg gibt es die besten Feuer — natürlich — unten an der Elbe zu bewundern. Neben den großen, offiziellen Feuerstellen, gibt es noch unzählige kleine Brandstellen zu sehen. Die sind jedoch eher zum Wärmen und zum Braten von Würstchen eingerichtet worden. Dennoch: Wo man auch hinblickt, findet man am Elbstrand Feuer.

Auch in diesem Jahr bot der Strand von Övelgönne bis runter nach Klein Flottbek (und vermutlich noch weiter bis Blankenese) den Schaulustigen ein Lichtermeer. Glücklich, wer das Schauspiel vom Wasser aus hat beobachten können. Am Strand selber stapelten sich erneut die Menschen. Im Video meint noch eine junge Frau, es wären 500 Millionen Menschen, doch da hat die Gute ein wenig übertrieben. Auch wenn es sich so angefühlt hat.

Jung und Alt kamen, um zu sehen, wie die in mühevoller Arbeit aufgeschichteten Holzhaufen abgebrannt, damit der Winter vertrieben und der Frühling willkommen geheißen wurde. Vergessen war das heimliche Abräumen (in Blankenese), bei dem eine errichtete Feuerstelle vom Ordnungsamt in einer “Nacht und Nebelaktion” abtransportiert wurde.

Wie es weiter runter in Richtung Teufelsbrück aussah, kann ich nicht sagen. Wir steckten in der besagten “500 Millionen Menschen”-Traube fest. Allerdings erinnere ich mich an einen Ostersonnabend vor einigen Jahren. Damals bin ich mit dem Fahrrad flußabwärts gefahren. Hinter Teufelsbrück gibt es eine sehr gut gepflasterte Strecke direkt am Strand. Wie auch in Övelgönne, wurden damals ganz viele kleine, private Feuer angezündet. Die Menschen kamen zusammen, saßen um die Feuerstellen herum, tranken, lachten, aßen. Es waren so viele Feuer, dass meine linke Gesichthälfte ganz warm war, meine rechte, also die dem Strand abgewendete Seite, blieb jedoch kalt.

Menschen waren in diesem Jahr “bei uns” ebenfalls verdammt viele anwesend, Feuer gab es genügend und warm war einem auch. Gute 20 Meter vom Feuer entfernt, kam Hitze an. Die milden Temperaturen waren wohl auch der Grund dafür, dass so unglaublich viele Menschen an die Elbe strömten. — Übrigens schon den ganzen Tag über.

Osterfeuer kann man als Hamburger eigentlich nur am Elbstrand genießen. In Blankenese, wo man auf eine 300-jährige Osterfeuer-Tradition zurückblicken kann, haben sie übrigens richtig große Osterfeuer, wie diese Dokumentation aus dem Jahr 1991 zeigt. So hoch war das Övelgönne-Feuer dann auch nicht. Jedenfalls nicht in diesem Jahr.

In diesem Sinne: Frohe Osterfeiertage! [Direkt-Osterfeuer]

Willkommen in …

Nils 23. Februar 2009

Eingang zum Welcome Center in HamburgDie Wettervorhersage hatte wieder einmal gelogen. Regen sollte kommen, stattdessen schien die Sonne — hinter den Wolken. Nur von Zeit zu Zeit brachen einige Sonnenstrahlen durch. Das reicht einem Hamburger Jung, also los und nach der Arbeit ein wenig in Hamburgs Innenstadt umhergeirrt.

Der Weg war schon ziemlich genau gewählt. So näherte ich mich dem Rathausmarkt über die Straße Alter Wall. Das wäre dann — für alle Stadtplan-Verweigerer — die Nord-Westseite des Rathauses, nicht hin zur Mönckebergstraße, sondern hin zur Alster.

Da fiel mein Blick auf einen Eingang. Man kann sehr wohl sehen, dass da ein gläsernes Schild an der Eingangssäule hängt. Aber was darauf zu lesen ist — ist kaum zu lesen. Man muss mit dem Kopf mächtig hin- und herwackeln, oder um das Schild herumgehen, sodass man einen dunklen Hintergrund hat. Erst dann kann man lesen, was auf dem Schild steht: Welcome Center. Der dunkle Hintergrund selber ist dann übrigens der Eingang in besagtes Willkommenszentrum.

Das Schild ist echt schlecht zu lesen. Wenn ich ein Willkommensschild anbringe, dann platziere ich es so, dass man es auch lesen kann. Die Platzierung ist schon in Ordnung, aber das hippe Glasschild mit weißer Schrift einfach nur schlecht zu lesen. Böse Geister denken nun wahrscheinlich wieder, das ist extra so gemacht. So kann man sich später hinstellen und sagen, man habe zwar so ein Zentrum für aus- und inländische “Zuwanderer”, aber wenn es keiner findet — auch nicht schlimm. Hat man eben seine Ruhe.

Mit unserem aktuellen Innensenator kann es nichts zu tun haben. Der wurde zwar erst im letzten Jahr von der Initiative “Jugendliche ohne Grenzen” zum “Abschiebeminister 2008” gekürt — das nicht einladende Welcome Center stammt aber noch aus der Zeit vor seinem Amtsantritt.

Was gut angedacht war, hatte übrigens einen schweren Start. Als eines der unzähligen PR-Lächel-Projekte im Jahr 2004 prophezeit, sollte die erste Anlaufstelle für alle Neubürger/innen aus dem In- und Ausland bereits zur WM 2006 fertig sein. Man wollte schließlich glänzen, wenn die Welt zu Gast in Hamburg wäre. 2006 gab es kein Welcome Center in den Räumen der Handelskammer. Der Termin Anfang Februar 2007 wurde ebenfalls nicht eingehalten. Geld floss zwar schon fröhlich in das Projekt, aber da war noch gar kein echtes Projekt.

Als es dann endlich im April 2007 die Tore zum “Tor der Welt” öffnete, bestand immer noch Kritik. Der damalige Wirtschaftssenator Uldall hatte zwar davon geträumt, das Welcome Center solle Hamburg zu einer zuwanderungsfreundlicheren Stadt machen. Dennoch schmeckte es nicht allen. So beschwerte sich “damals” Nebahat Güçlü, migrationspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion (heute Koalitions- und Abnick-Partner), darüber:

Wer für die Stadt von Nutzen zu sein scheint, genießt in Zukunft eine privilegierte Behandlung im Welcome Center, alle anderen müssen weiterhin in die Ausländerbehörde.

Immerhin war das Welcome Center auch nicht für jeden Zuwanderer aus dem Ausland angedacht. Es sollten schon “nur die Guten” ins Töpfchen namens Welcome Center.

Das neue Informations- und Beratungszentrum soll sich vor allem um Fach- und Führungskräfte, Hochschulabsolventen, Existenzgründer, Unternehmer, Wissenschaftler und Fachkräfte aus dem Ausland kümmern. Ziel der Einrichtung soll sein, “vermehrt qualifizierte Kräfte aus dem Ausland den Einstieg in die neue Umgebung zu erleichtern”, sagte Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU).

Da darf Kritik angebracht sein, wenn eine “Weltstadt” wie Hamburg gleich von vornherein eine Zwei-Klassen-Begrüßung plant. Wie es scheint, ist das Hamburger WC Hamburg Welcome Center mittlerweile etwas offener, was die “Zugangsberechtigung” für das Center anbelangt. Auf der Homepage des Centers kann man nachlesen, es stünde jedem Neuzuwanderer offen. Allerdings gibt es einen “Allgemeinen Neubürgerservice” auf der einen Seite und den bereits angesprochenen “Speziellen Behördenservice für qualifizierte Fachkräfte” auf der anderen. Die Fachkräfte mögen bitte einen Termin vereinbaren, heißt es weiter. — Vermutlich finden auch nur die (um zum Anfang zurückzugelangen) den Eingang zum HWC. Vielleicht werden sie am Rathausmarkt durch eine Service-Kraft abgeholt?

Für Gründer deren Tag ihnen

Nils 17. Februar 2009

Hinweisaufkleber in der S-Bahn für den Gründertag 2009 in Hamburg

Also prinzipiell ist es natürlich schon toll, dass ein großes Dorf eine große Stadt wie Hamburg es jedes Jahr schafft, den so genannten Gründertag auszurichten. Auch in diesem Jahr findet die Informationsveranstaltung für alle Gründerinnen und Gründer aus Hamburg statt. Am 28. Februar öffnet sich das Tor für jeden Interessierten in der Handwerkskammer, Holstenwall 12. Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Hamburg, die H.E.I. Hamburger Initiative für Existenzgründungen und Innovationen sowie der Partner HypoVereinsbank Team Concept richten den “Hamburger Gründertag” aus. In fünf Räumen kann man sich von 10 bis 17 Uhr Vorträge von Profis anhören. Da kann man sich Informationen zu Themen wie Franchise-Systemen, Gründungsfinanzierung mit öffentlichen Mitteln, Arbeitsrecht, Steuerrecht o.a. anhören. Fein. Für 15 Euro (ermäßigt 10) ist man dabei.

Mein — kostenloser — Tipp für alle Existenzgründer lautet: Eignet Euch die deutsche Sprache an, in diesem Fall die Grammatik! Das macht einen besseren Eindruck. Die Jungs und Mädels, die den S-Bahn-Aufkleber für den Gründertag entwickelt haben, die sind nämlich nicht der hiesigen Grammatik kund. Mal wieder.

Was prangt da unten links in der Ecke? Man möge eine bestimmte Telefonnummer anrufen, um Info’s zu bekommen? Infos? Hallo? — Mensch, die Werber müssen es trotz Finanzkrise aber dicke haben, dass die so mit dem Apostroph um sich schmeißen … Freund Duden sagt zu dem typischen Werbefuzzi-”Problem” übrigens:

In|fo, die; -, -s (ugs. kurz für Information)

Da gehört kein Apostroph hin! Liebe Gründerinnen und Gründer, wenn Ihr also den Schritt in die Selbstständigkeit wagt und Euer Geschäft in Schwung kommen soll, dann ist Werbung eine gute Methode, um auf sich aufmerksam zu machen. Nehmt aber bloß nicht die Werbeagentur, die die Stadt Hamburg nimmt. Dort wird man nur so mit fehlerhaften Apostrophen bombardiert … Oder sind das gar stadteigene Werbe-Analphabeten?

newTV-Kongress im Empire Riverside Hotel

Vivian 16. Februar 2009

Online Video und Online TV sind in den letzten Jahren ein echtes Phänomen geworden.

Auch hier auf „Hamburg bloggt“ haben wir natürlich schon mal ein Video
von YouTube auf die Seite gestellt – z.B. gerade erst im letzten Post
zum Thema Frühling in Hamburg.

Dass das Thema Digitales Bewegtbild aber
mittlerweile mehr ist als UGC und die WebTV-Angebote auf den großen
Nachrichtenportalen dürfte inzwischen bekannt sein.

Gerade die von der
Finanzkrise arg gebeutelte Werbe- und Medienindustrie erhofft sich von
den Entwicklungen in diesem Bereich einiges für die nähere Zukunft.
Wie
die aussehen könnte, wird auf dem Kongress „newTV – Fernsehen auf neuen
Wegen“ diskutiert, der am 19. Februar von 14 bis 20 Uhr im Empire Riverside Hotel
stattfindet.

Die Themen sind

  • newTV
    Zur besten Sendezeit! Die Krise als Chance für innovatives Bewegtbild (Keynote)
  • „Going newTV - it´s simple“
    Redaktion, Technik, Umsetzung, Vertriebswege, Traffickosten (Vortrag)
  • „Going newTV – who pays the bill?“
    Monetarisierungsstrategien und Geschäftsmodelle für Bewegtbildinhalte (Panel)
  • Bewegende Inhalte
    Wie man crossmedial denkt und zielgruppengerecht inszeniert (Vortrag)
  • Am digitalen Lagerfeuer
    Storytelling 2.0 (Vortrag)
  • Hast Du’s gesehen?
    Wie man virale Wellen lostritt (Vortrag)
  • newTV – von der Idee bis zum fertigen Beitrag
    Workshop mit Studenten der Medienakademie (Ergebnispräsentation)
  • TV 3.0
    The Future of Moving Pictures (Vortrag)

Mehr Infos zu der Veranstaltung findet Ihr unter: www.newtv-kongress.de

twitterlesung in Hamburg die 1.

Vivian 27. Januar 2009

Die 1. twitterlesung in hamburg mit dem wunderbaren Team von twitkrit fand in der letzten Woche leider ohne mich statt.
Zum Glück kann man heutzutage alles online nachverfolgen und wenn Hamburg schon mal eine twitterlesung hat, dann gehört das auch in hamburg-bloggt - also viel Spaß :)

Teil 2 und 3 der Videos findet Ihr hier

Ein Museum für Die Schlumper

Nils 9. Januar 2009

Karl-Ulrich Iden, Hammaburg 89

Es gibt viele Künstler in Hamburg — keine Frage. Manche sind aber so außergewöhnlich, dass man doch mal einen genaueren Blick drauf werfen muss. Schon mal etwas von Art Brut gehört? Vermutlich nicht, dabei ist das eine Form der Kunst, die schon lange praktiziert wird und mittlerweile auch in der internationalen Kunstszene Beachtung findet. Hamburg hat eine wichtige, eine große Art Brut-Werkstatt. Hier arbeiten Menschen mit (meist) psychischer Erkrankung. Die Künstler haben sich “die Kunst” oft autodidaktisch beigebracht. Heraus kommt eine andere Kunst, als wir sie aus den Galerien und Museen kennen.

Museen ist das Stichwort: Wie bereits erwähnt, hat Hamburg eine große Art Brut-Werkstatt und das schon seit über 20 Jahren. Die Künstler-Gruppe nennt sich “Die Schlumper”, da das erste Atelier in der Straße “Beim Schlump” war. Seit 1993 gibt es das in Deutschland einzigartige Programm “Schlumper von Beruf”. Die 22 Künstler, die teilweise jede freie Minute im Atelier verbringen und z.B. malen, zeichnen oder bildhauen, bekommen für ihre Arbeit monatlich ein Gehalt. Ein, so finde ich, wichtiger Aspekt, der den Kunstschaffenden das Gefühl gibt, dass sie nicht einfach nur “Gestaltherapie” machen. Ihre Arbeit ist echte Arbeit, für die sie einen Lohn bekommen. Ihre Kunstwerke werden verkauft, wovon u.a. ihr Gehalt bezahlt wird. Ganz wie bei den “normalen Künstlern”, also ein Stück Normalität.

Zurück zum Museum. Die Schlumper sind enorm produktiv, nicht jedes Kunststück wird verkauft. Deshalb ist ein Museum in Planung. Über 5.000 Kunstwerke warten darauf, einer breiten Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Als Standort ist Hamburgs ältestes Schulgebäude in die engere Wahl gekommen. In der Thedestraße 101 soll dieses einmalige Museum entstehen.

Derzeit gehört das Gebäude einer Investmentgruppe. Das Gebäude aus dem Jahr 1886 muss angekauft und saniert werden. Dann kann der Ausbau zum Museum stattfinden. Die Kosten belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro, die Die Schlumper selber aufbringen müssen. Derzeit gibt es keine Unterstützung durch Mäzenen oder die Stadt Hamburg. Was sehr schade ist, immerhin bekäme die Stadt ein einzigartiges Museum! Vielleicht finden sich ja doch noch spendenfreudige Hamburger? So eine Chance dürften sich die Hamburger eigentlich nicht durch die Lappen gehen lassen.

Für weitere Informationen zum geplanten Museum, den Künstlern und dem Spendenkonto, schauen Sie einfach auf die Seite der Schlumper. Einen interessanten Bericht über die Künstlergruppe findet man beim Stern oder auch beim Spiegel. Hier gibt es außerdem ein Video zu der Gruppe zu sehen.

Eisige Elbe: Schollen schlecht für die Schifffahrt

Markus 8. Januar 2009

Eisschollen auf der Elbe

Die klirrende Kälte hält ganz Deutschland in eisigem Atem. Davon bleibt auch Hamburg nicht verschont. Die Schifffahrt in und um Hamburg wird in weiten Teilen vom Zugriff des Eises beeinträchtigt. Die Schollen bedecken zunehmend die Elbe. So auch zu sehen auf obigem Foto, das ich heute Mittag an der Elbe auf Höhe Landungsbrücken aufgenommen habe.

Touristen an den Landungsbrücken: Möwenumschwirrter Blick aufs EisWelt Online meldet etwa: Kältewelle legt Hamburger Hafenrundfahrten vorerst lahm. Die Touristen dürfen also zur Zeit nicht mehr ihre beliebten Hafenrundfahrten machen. Doch dafür bieten sich andere Attraktionen an: Das auf der Elbe schwimmende Eis kann bestaunt werden. Am besten noch von der Aussichtsplattform an den Landungsbrücken aus, denn dabei können sie sich zusätzlich zum Blick aufs Eis noch von den Möwen umschwirren lassen, quasi als frostig-maritime Zugabe zum Schifffahrtsausfallprogramm.

Wer gerne weitere Bilder von eisiger Schönheit sehen möchte, aber zur Zeit der Hansestadt keinen Besuch abstatten kann, oder zwar hier ist, aber nicht dazu kommt, nach fotografischen Kälteimpressionen Ausschau zu halten, kann dies auch von der wohligen Wärme der heimischen Stube aus tun. Zu irgendetwas müssen diese ganzen Web 2.0-Dienste doch gut sein: Warum also nicht den Fotosharingdienst Flickr konsultieren und im Flickr-Blog die wunderbaren Eiseskälte-Aufnahmen bestaunen oder selbst nach weiteren Fotos Ausschau halten, die mit Hamburg und Eis verschlagwortet sind? Viel Spaß beim Betrachten!

Hamburger Braune Kuchen

Nils 30. Dezember 2008

Hamburger Braune Kuchen vom Keksbäcker

Die Serie “typisch Hamburg” aus dem Sektor “Kulinarisches” wird fortgesetzt. Nachdem wir schon das Franzbrötchen als typische, Hamburger Leckerei identifiziert haben, wollen wir ein weiteres Gebäck namentlich nennen: die Hamburger Braunen Kuchen. Der Name ist Programm! Naja, nicht so wirklich. Der Altonaer Bäcker Kemm kreierte die Braunen Kuchen 1782. Damals war Altona allerdings noch dänisch. Altona wurde erst 1938 durch das Groß-Hamburg-Gesetz eingemeindet, also ein Teil Hamburgs. Durch die damalige unmittelbare Nachbarschaft zu Hamburg, und die jetzige Zugehörigkeit zur Hansestadt, beanspruchen wir die Kuchen einfach einmal für uns. :-)

Doch zurück zum Herrn Kemm, den man eigentlich kennen sollte. Jedenfalls den Namen, prangt er doch auf einer hellblauen Keksverpackung, die man – zugegeben – früher häufiger in den Regalen sah. Die ersten Kekse wurden also 1782 in Altona in Sirup und mit intensivem Gewürz-Aroma gebacken. Bis 1889 wurde das Rezept innerhalb der Familie vererbt. Von 1903 wurden die Braunen Kuchen bis 1994 in Lokstedt hergestellt. Mittlerweile werden sie — traurig — in Krefeld produziert. Was für eine Schande. (Trotzdem Danke für die Weiterführung der Keksproduktion!)

Der Keks wird gerne als weihnachtlicher Keks genannt — wird aber eigentlich das gesamte Jahr über in Hamburger Schleckermäuler gestopft. Die Gewürzmischung, der offensichtlich Nelken und wohl auch Zimt beigefügt wurden, lassen den seit über 225 Jahre bekannten Keks in der Weihnachtsecke verschwinden. Völlig zu Unrecht!

In Hamburg isst man den Braunen Kuchen das ganz Jahr über und zwar pur, mit Butter bestrichen oder auf einem gebutterten Brötchen. Ich bevorzuge die pure Variante; früher jedoch die mit Butter bestrichene. Klingt befremdlich, dass man einen Keks mit Butter beschmiert? Schmeckt aber wahnsinnig lecker! Geht natürlich irgendwann auf die Hüften … ;-)

Kemm'sche Kuchen in der Tüte Wer keine blaue Tüte der Kemm’schen Kuchen im Regal seines Einkaufsladen findet, kann sie sich, wie ich es gemacht habe, z.B. beim Keksbäcker besorgen (s. Bild ganz oben). Oder man backt sich seine Braunen Kuchen selber. Auch wenn es heißt, das Original-Rezept für die Kemm’schen Kuchen sei bekannt, so gibt es doch im Internet verschiedene Variationen. Gemein ist ihnen, den Kuchen vom Keksbäcker und dem Original jedoch u.a. der Gebrauch von Pottasche. Im Original wird Glukosesirup (aus Weizen) benutzt, die frei kursierenden Rezepte benutzen Zuckerrübensirup. Einfach mal ausprobieren. Einfach mal probieren!

Die Braunen Kuchen lassen sich übrigens auch wunderbar zur Verfeinerung von dunklen Soßen zu Wild-Gerichten benutzen. Ein vielseitig zu genießender Keks – aus Hamburg!

Weihnachtseinkäufe in Hamburg

Nils 21. Dezember 2008

Weihnachtstrubel auf der Mönckebergstraße

Nur noch wenige Tage, bis der Weihnachtsmann seinen dicken Hintern durch den nicht vorhandenen Kamin zwängt. Der Endspurt in Sachen Geschenke kaufen ist schon längst eingeläutet worden. Und auch wenn die Kanzlerin nicht müde wird, uns zu sagen, dass 2009 ein ganz grausames Gürtel-enger-schnallen-Jahr wird (für den Normalbürger) — die Leute kaufen wie blöde. Jedenfalls in Hamburg. Als ob es das letzte Weihnachten auf Erden wäre.

Die Innenstadt war auch am vierten und letzten Adventssonnabend zum Brechen brechend voll. Die Straßenbeleuchtungen leuchteten noch einmal mit ihren Glühbirnen kräftigst, bevor diese verboten werden. Und überall Menschen. Haufen, Berge, Fluten von Menschen, die sich über den Jungfernstieg ergossen oder über die Mönckebergstraße strömten. Mein Pfad führte mich auf dem Weg zum Hauptbahnhof in die Nähe eines großen Elektroladens, vor dessen Tür ich aber flux eine Kehrtwendung machte — schließlich wollte ich den dicken Mann mit den Geschenken noch sehen. Das sollte kein dicker Mann im weißen Kittel werden. Wer da rein ging, spielte mit Selbstmordgedanken.

Jeder Weihnachtsmarkt war voll, wie ein Großteil der Besucher auch schon. Glühweinstände riechen irgendwie schlimmer als die mieseste Spelunke auf dem Kiez …

Paketbus in Hamburg

Nun ist Hamburg eigentlich eine Stadt wie jede andere — auch wenn das die Stadtväter und -muttis so nicht wahrhaben wollen. Also bieten sie den willigen Konsumenten einige Extras mitten im Weihnachtstrubel an. In der bereits erwähnten Mönckebergstraße, der Haupt-Shopping-Meile Hamburgs, stand dann auch wieder der Paketbus. Hier können kaufwütige Konsumjunkies ihre vielen, vielen Geschenke zwischenlagern — und dann gleich weiter einkaufen. Der Bus war voll! So schlecht kann es also nicht gehen.

Polizeiwagen beim Hamburger Hauptbahnhof

Nebenbei wurde auch an einem spannenden Unterhaltungsprogramm gefeilt. Eine sog. “Linke Demo” wurde mitten im Weihnachtsrummel genehmigt. Das bedeutete, dass der weihnachtsgestresste Hamburger nicht nur all über all bunte Lichtlein blitzen sah, sondern auch Blaulicht. Die gesamte Innenstadt war am vierten Adventssonnabend — dezent — im Ausnahmezustand. In jeder Nebenstraße standen hunderte von Polizisten in dicker Montur oder in Einsatzwagen wartend. Wer will da behaupten, der Weihnachtseinkauf sei langweilig? Die Demo war übrigens eine Kundgebung gegen die griechische Polizei und das Krippenspiel wurde später — wie es sich gehört — in der Schanze weitergespielt.

Man sieht also: Weihnachtseinkäufe in Hamburg sind wie in jeder anderen Stadt auch … In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Montag Montag

Nils 18. Dezember 2008

Julian Friedrich und Dominik Pobot von Montag

Am 30. Januar 2009 ist es endlich soweit: Die Hamburger Formation Montag bringt ihren dritten Silberling heraus. Endlich. Immerhin kam die letzte CD 2005 heraus. Nach einigen Änderungen an der Besetzung (neuer Schlagzeuger) hat sich Sänger, Bassist, Klavierspieler und Songwriter Julian Friedrich wieder hingesetzt und frisches Liedgut zu Papier gebracht.

Irgendwann dann in diesem Jahr haben sich Julian und Gitarrist Dominik Pobot in ein kleines Tonstudio verschanzt gehabt und den neuen Tonträger namens “Montag” eingespielt. Nebenbei durfte man einen Blick ins Innere der Musikwerkstatt werfen, haben die beiden Hamburger doch ein Video-Tagebuch geführt.

Nun ist es also offiziell, dass am 30. Januar die neue Scheibe in den Läden erscheinen wird. Freue mich drauf! Auf der Seite ihres Plattenlabels Tapete Records, kann man schon einmal in drei Stücke reinhören. Mir gefällt auf Anhieb das leichte, sommerliche “Sommernacht”. Schöner Pop mit Streichern unterlegt. Da stehe ich auf meine alten Tage wohl drauf. Von den elf Liedern dürfte eines der geneigten Leserschaft +30 schon jetzt bekannt sein, handelt es sich doch dabei um die Titelmelodie einer (guten) Zeichentrickserie unserer Jugend. Montag hat von Udo grünes Licht erhalten, den Song einzuspielen. Kommt live ganz groß!

Wer es nicht mehr erwarten kann, bis die CD im Plattenladen steht und die Jungs dann ihre Welttournee starten, der kann am 14. Januar im Nachtasyl schon einmal reinhören, wenn Montag die CD Montag live, in Farbe und mit Ton vorstellen. Das nennt sich dann wohl Album-Releasekonzert …

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