Das größte Konzert der Welt
jovelstefan 3. März 2009
Rolling Stones? Madonna? Nö. Hamburger Philharmoniker!
Hamburg war am heutigen Abend ein großer Konzertsaal. Der größte der Welt. Mit einem Event der besonderen Art wartete eines der kulturellen Aushängeschilder Hamburgs auf. Die Philharmoniker verteilten sich über die ganze Stadt. 100 Musiker an 50 verschiedenen Orten. Sie alle spielten Brahms zweite Sinfonie - unabhängig voneinander und doch gemeinsam.
Die Verteilung über die Stadt spiegelte dabei die normale Orchesteranordnung im Konzertsaal wieder, allerdings weit in die Hamburger Stadtfläche ausgebreitet. Geigen im alten Elbtunnel, Klarinetten in der Sparkassenfiliale am Schulterblatt, Pauken am Rothenbaum. Zur Krönung hatte die Dirigentin ihr Pult in über 100 Meter Höhe auf dem Turm von St. Michaelis aufgebaut.
Verbunden waren die Musiker über eine Schaltzentrale, in der Audio und Video der 50 Plätze zusammenliefen. Die Dirigentin sehen die Philharmoniker dabei jeweils über einen eigenen Monitor, so dass alle zusammen ein synchrones Gesamtbild ergeben. Auf der Event-Website sind weitere Infos zu bekommen und ich warte sehnsüchtig auf die geplante baldige dokumentarische Aufarbeitung in Bild und Ton.
[Foto von cbr_case auf flickr]
- Kultur
- 2 Kommentare


Idee war toll, an der Organisation hat es leider noch etwas gehapert. Waren um 18.27 Uhr am Millerntor (wurde über Abendblatt und Maps als Startpunkt einer Wandertour propagiert), da sagte uns dann ein Sicherheitsmann, dieser Ort sei jetzt anders als geplant doch nicht öffentlich zugänglich. Also im Laufschritt rüber zu den Fliegenden Bauten, dort (schon etwas ungemütlich) auf dem Boden gesessen. Nach dem ersten Satz weiter zu Jung von Matt, natürlich wieder im Laufschritt. Erst falsche Adresse (Hausnummer 36), dann den richtigen Ort gefunden. Musiker standen oben im 5. Stock, also fleißig auf den Fahrstuhl-Knopf gedrückt. Ein Feuerwehrmann hat uns dann gesagt, dass der Fahrstuhl für die Dauer des Konzertes ausgeschaltet sei. Also zu Fuß hoch. Im Treppenhaus konnte man die beiden Musiker leider kaum sehen, bis ein smarter Hörer auf die Idee kam, ein großes Treppenfenster zu öffnen. Vierten Satz auf dem eiskalten Boden sitzend gehört. Nebenbedingung: Neunter Monat schwanger.
Fazit: Spannende Idee, Einzelstimmen im Treppenhaus mit toller Akustik gut hörbar - aber definitiv nicht Schwangeren-kompatibel. Hoffentlich ist es nächstes Jahr dann Kind-kompatibel.
Das Konzert ist inzwischen online anzusehen !
http://www.philharmoniker-event.de/